Osteopathie und Bissstörungen

Oft geschieht es schon bei der Geburt: Knochen- und Membranspannungen sind eine häufige Ursache von Dysfunktionen im Mundbereich. Für Mutter und Kind ist die Geburt etwas ganz Natürliches, aber gleichzeitig eine extreme Belastung. Der Körper des Kindes wird dabei hohen physikalischen Kräften ausgesetzt.

Der Vorgang einer ganz normalen Geburt kann tiefgreifende Spuren hinterlassen. Immerhin drückt die Gebärmutter den Schädel des Kindes um bis zu zwei Zentimeter im Durchmesser kegelförmig zusammen. Der Widerstand des Damms bei der Drehung in der Beckenhöhle lässt einzelne Schädelknochen sich übereinander schieben.

Die Geburt des Kopfes durch den engen Beckenausgang kann die Knochen der Schädelbasis - und mit ihnen die dazwischen liegenden zahlreichen Durchgänge für Blut- und Nervenbahnen - zusammenstauchen. Kehren die Knochen der Schädelbasis danach nicht in ihre ursprüngliche Lage zurück, bleiben oft auch die Blut- und Nervenbahnen in ihrer Funktion beeinträchtigt. Verschieben sich auch die Achsen des Kiefergelenks, rotieren die Oberkieferknochen gegeneinander und Fehlbiss, Deviationen bei Milch- und bleibenden Zähnen sind vorprogrammiert.

Eine Bisskorrektur heißt nicht nur, die Zähne gerade zu biegen. Unser Organismus ist ein vernetztes System und braucht eine ganzheitliche System-Korrektur. Osteopathie kann sofort nach der Geburt eingesetzt werden.  

Kopf und Gesicht wachsen innerhalb des ersten Lebensjahres sehr schnell. Danach aber verknöchern die Schädelknorpel in großen Teilen bis zum 5. und 6. Lebensjahr. Während dieser Phase können die Knochen- und Membranspannungen abgebaut und Harmonie angebahnt werden.

Je früher die osteopathische Behandlung einsetzt, desto größer die Chance, spätere negative Kieferentwicklungen einzudämmen oder zu verhindern.

Auch ältere Kinder können unterstützt werden, bevor die kieferorthopädische Behandlung einsetzt: Vor deren Beginn empfiehlt sich der Gang zum Osteopathen, der zunächst vorbereitend behandelt und später die Maßnahmen des Kieferorthopäden begleitet. Vor der kieferorthopädischen Behandlung müssen die in Knochen und Membranen gespeicherten Fehlmuster beseitigt werden, um zu verhindern, dass sich Störungen durch den Einsatz von festen Spangen verfestigen und gegebenenfalls zu Kopfschmerzen und Körperfehlhaltungen führen. Damit sind die Ergebnisse der Gebisskorrektur stabiler, was Kinder, Eltern und Ärzte freut.