Osteopathie bei Neugeborenen - Fortsetzung

Bei den Kindern die in Beckenendlage fixiert waren, bei Mehrlingen, aber auch bei Einzelschwangerschaft mit wenig Platz im Uterus, waren Beckenknochen und Beine unter Dauerkompression. Diese Kinder kommen mit sog.  O- oder X-Beinen, Hüftdysplasien oder Fußdeformitäten auf die Welt. Wenn auch die Hüften durch breites Wickeln oder Schienen gut versorgt werden können, bleibt immer noch die Spannung in Bein- und Beckenknochen erhalten. Dabei empfiehlt sich eine Behandlung, noch bevor das Kind zu laufen beginnt.
 
Im Alter bis zu zwei Jahren ist das Wachstum des Gehirns fast abgeschlossen. Ein letzter Wachstumsschub folgt in der Pubertät. Der Großteil der Schädelknochen ossifizieret bis zum 5.-6. Lebensjahr, erst im Alter von 20 -25 ist das ganze Skelett fest verknöchert. Mit zunehmendem Alter schwindet der Anteil von weichen Knorpeln zugunsten von harten Knochen. Je härter die Struktur, desto schwieriger die Selbstheilung und Selbstkorrektur des Skeletts.

Die Geburt des Kindes durch den engen Beckenausgang kann die Knochen der Schädelbasis - und mit ihnen die dazwischen liegenden zahlreichen Durchgänge für Blut- und Nervenbahnen - zusammenstauchen. Kehren die Knochen der Schädelbasis danach nicht in ihre ursprüngliche Lage zurück, bleiben oft auch die Blut- und Nervenbahnen in ihrer Funktion beeinträchtigt.
 
Die nach dem Kopf austretenden Schultern, Schlüsselbeine und Rippen können zu extremen Drehungen oder Neigungen des Halses oder Rumpfes führen, mit Auswirkungen auf Halswirbel, Muskeln, Faszien und darunter liegende Organe. Auch wenn diese Kräfte vor allem auf den Kopf- und Halsbereich einwirken, können sie dennoch über die ganze Länge der Wirbelsäule bis hin zum Becken in den unterschiedlichsten Strukturen und deren Funktionen Folgen zeigen.
 
Stauchungen in Wirbelsäule und Rippen haben Einfluss auf die neurovegetative Steuerung von Organen und ihren Funktionen; betroffen können sein: Verdauungssystem, Atemsystem, Niere, Blase, Herz usw.
 
Bei den so genannten Schrei- und Spuckkindern lassen sich häufig Asymmetrien des Schädels  entdecken oder es finden sich beidseitige Kompressionen der Schädelknochen bzw. des oberen Kopfgelenks, des Wirbelbereichs oder der Rippen. Führen die Kompressionen zu Störungen im Bereich des Schläfenbeins, können Gleichgewichtssinn und Gehör gestört sein, was die zunehmende Aufrichtung des Kindes beeinträchtigt. Als Symptom zeigt sich dann eine verminderte Kopfkontrolle.

Ein- und Durchschlafprobleme können entstehen, wenn sich eine Schädelkompression auf das Hinterhauptsbein und den ersten Halswirbel, den Atlas, auswirkt. Betroffene Kinder reagieren auf den Druck, indem sie den Kopf weit in den Nacken nehmen und so dem Druck vorübergehend ausweichen.

Wenn Sie diese Symptome an Ihrem Kind erkennen, vereinbaren Sie einen Termin mit uns.